Birnensorte: Champagner-Bratbirne
Vogelschutz auf Streuobstwiesen im Albvorland

Life+-Projekt
„Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes und des Mittleren Remstales“

Anfang des Jahres 2009 begann die 5-jährige Projektlaufzeit für das erste LIFE+- Projekt des Regierungspräsidiums Stuttgart. Die erstmalige Förderung eines derart großen Schutzprojektes für Streuobstwiesen zeigt, dass die durch den erheblichen Rückgang dieser Lebensräume entstandene Bedrohung der dort lebenden Vogelarten in Brüssel ernst genommen werden. Der dringende Handlungsbedarf, den Rückgang der Streuobstflächen aufzuhalten, wurde erkannt. Hauptziel des Life+-Projektes ist vorrangig der Schutz und die Erhaltung der Vogelarten und deren Lebensräume in den halboffenen Landschaften der Streuobstwiesen. Die wichtigsten Ziel-Vogelarten für das Projektgebiet sind der Halsbandschnäpper, Wendehals, Neuntöter, Grauspecht und der Rotkopfwürger.

Das Finanzvolumen des Gesamtprojektes, das von 2009 bis 2013 laufen wird, umfasst rund 5,2 Millionen € und wird zur Hälfte von der EU gefördert. An dem Projekt sind neben dem Regierungspräsidium Stuttgart sechs direkt involvierte Projektpartner (Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, Marketinggesellschaft Baden-Württemberg (MBW), Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg, Gemeinde Dettingen/Teck und Manufaktur Jörg Geiger) sowie 34 Gemeinden aus dem Projektgebiet mit finanziellen Beiträgen beteiligt.

Innerhalb des 450 km² großen Projektgebietes liegen rund 150 km² Streuobstwiesen. Diese ganz Baden-Württemberg prägenden und charakteristischen Lebensräume sind durch zunehmenden Nutzungsänderungen und -aufgaben besonders bedroht und damit auch ihre Artenvielfalt besonders gefährdet. Daher zielt das Projekt hauptsächlich auf den Schutz bedrohter und europaweit bedeutsamer Vogelarten der traditionellen Streuobstwiesen ab.

Karte des Projektgebiets

Dieses Hauptziel soll durch das zusammenwirken folgender Zielsetzungen erreicht werden:

Kartenausschnitt der näheren Umgebung
  • Verlängerung der Lebensdauer der noch vorhandenen Streuobstbestände
  • Verbesserung der Bewirtschaftungsmöglichkeit der Unternutzung (Grünland)
  • Entwicklung von Alternativlebensräumen ohne obstbauliche Nutzung/ Pflege
  • Aufzeigen der Möglichkeiten für ökonomisch tragfähige obstbauliche Nutzung unter Beachtung der Naturschutzbelange

Um diese Ziele zu erreichen wurde eine Vielzahl an Maßnahmen im Life+ Gebiet festgelegt. Dazu gehören unter anderem die „Revitalisierung“ von älteren „Habitatbäumen“ auf gemeindeeigenen Flächen, eine innovative Erprobungsphase von Baumpflegemaßnahmen auf Privatgrundstücken und die Fortbildung gewerblicher und privater Obstbaumpfleger. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die Bedingungen für eine landwirtschaftliche Grünlandnutzung der Streuobstwiesen organisatorisch zu optimieren und damit die Nahrungsbedingungen für die genannten gefährdeten Vogelarten deutlich zu verbessern. Des Weiteren ist beabsichtigt, durch entsprechendes Management größere Bewirtschaftungseinheiten zur naturschutzorientierten Grünlandnutzung zu schaffen. Einige Maßnahmen zielen darauf ab, über das Life+ Projekt hinaus Natura 2000- Maßnahmen innerhalb des Projektgebietes zu verankern.

Assoziierte Partner:

Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, Marketinggesellschaft Baden- Württemberg (MBW), Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL), Gemeinde Dettingen/ Teck und die Manufaktur Jörg Geiger.

Kofinanzierende Partner:

Bad Boll, Dettingen Teck, Dürnau, Eschenbach, Gammelshausen, Göppingen, Kohlberg, Kuchen, Lichtenstein, Neuffen, Nürtingen, Owen, Weilheim/Teck, Zell unter Aichelberg, Süßen, Beuren, Bissingen/Teck, Kirchheim/Teck, Aichelberg, Bad Ditzenbach, Bad Überkingen, Dettingen/Erms, Eningen unter Achalm, Frickenhausen, Urbach, Pfullingen, Holzmaden, Lenningen, Notzingen, Wernau, Hattenhofen, Heiningen, Rudersberg.

Unterstützende Partner:

Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Landkreis Esslingen, Landkreis Göppingen, Landkreis Reutlingen, Rems-Murr-Kreis, NABU- Naturschutzbund Deutschland, Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V., Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg

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