Birnensorte: Champagner-Bratbirne
Vogelschutz auf Streuobstwiesen im Albvorland

Zielarten des LIFE+-Projektes in den Streuobstwiesen

Der Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis) ... [Bild 1]

kommt mit 700 Brutpaaren im LlFE+-Gebiet vor, das ist ein Drittel des Bestandes von Baden-Württemberg. Dieser Vogel lebt vorwiegend in Streuobstwiesen, aber auch in Wäldern mit alten höhlenreichen Bäumen. Er nutzt tief hängende Äste mit guter Deckung als Ansitz zur Erbeutung von Käfern, Schmetterlingen und Webspinnen. Als Höhlenbrüter ist der Halsbandschnäpper auf ein ausreichendes Angebot an Baumhöhlen angewiesen, da er erst Ende April aus seinem Winterquartier zurückkehrt und dann viele Höhlen schon durch andere Vögel besetzt sind.

Der Neuntöter (Lanius collurio) ... [Bild 2]

gilt mit 10.000 bis 12.000 Brutpaaren in Baden-Württemberg mittlerweile nicht mehr als gefährdet, im LlFE+-Gebiet kommen davon 350 bis 450 Paare vor. Er bewohnt vorwiegend mit Hecken und Gehölzen durchzogene Landschaften. Dazu gehören beispielsweise Magerwiesen, Viehweiden, heckenumsäumte Wiesen und Kahlschläge, aber auch Streuobstwiesen, wenn sich dort dornentragende Sträucher befinden. Als Ansitzwarte nutzt der Neuntöter Zaunpfähle und niedrige Gehölze um überwiegend größere Insekten, seltener Mäuse oder kleine Eidechsen zu erbeuten. Zur Vorratshaltung werden diese manchmal auf Dornen aufgespießt.

bedrohte Vogelarten in Streuobstwiesen
Life+ Projekt - EU Natura 2000

Der Rotkopfwürger (Lanius senator) - [Bild 3]

In Baden-Württemberg wurde der Rotkopfwürger das letzte Mal 2007 brütend beobachtet. Die Art leidet stark unter der Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere unter dem Verlust strukturreicher Weideflächen. Die Reviere liegen überwiegend in extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen und in Obstgärten, da der Rotkopfwürger bevorzugt in Apfel- und Birnbäumen nistet. Als Bodenjäger erbeutet er Käfer, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen, die von Ansitzwarten wie Zaunpfählen oder niedrigen Gebüschen erspäht werden.

Der Grauspecht (Picus canus) - [Bild 4]

In Baden-Württemberg leben noch zwischen 4.000 und 6.000 Brutpaare des Grauspechts, davon sind 75 bis 90 Paare im LlFE+-Gebiet heimisch. Der Grauspecht besetzt Reviere von bis zu zwei Quadratkilometern in reich strukturierten Wäldern mit altem Baumbestand. Für jede Brut baut er eine neue Höhle ins pilzbefallene Holz von Rotbuchen, Eichen oder Apfelbäumen in Streuobstwiesen. Zur bevorzugten Nahrung des Grauspechts gehören hügelbauende Ameisen, er frisst aber auch Insekten, Sämereien und Obst. Vor allem zur Nahrungssuche verlässt er den Wald und kann dann auch in Streuobstwiesen beobachtet werden.

Der Wendehals (Jynx torquilla) - [Bild 5]

Im LlFE+-Gebiet leben zwischen 130 und 180 Brutpaare des Wendehalses. Seine Reviere liegen vor allem in Obstwiesen mit altem Baumbestand in Parkanlagen, Friedhöfen und Gärten. Er kommt aber auch in Wäldern mit einer lückigen Strauchschicht vor. Der Wendehals ernährt sich fast ausschließlich von erdhügelbauenden Ameisen. Damit auf ein großes und gut erreichbares Angebot an Ameisen zurückgegriffen werden kann, ist sein Revier zwischen drei und zwanzig Hektar groß. Der Wendehals kann, im Gegensatz zu anderen Spechten, seine Höhlen nicht selber bauen. Daher ist er auf vorhandene Höhlen oder künstliche Nisthilfen angewiesen.

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