Birnensorte: Champagner-Bratbirne
Vogelschutz auf Streuobstwiesen im Albvorland

Bewirtschaftung und Habitatoptimierung

Obstbau in Streuobstbeständen kann mit "Nischenprodukten" durchaus wirtschaftlich erfolgreich sein. Mit dem hier gezeigten Modellprojekt "Champagner Bratbirne" will das LIFE+-Projekt diesen Weg vertiefen und umfangreiche Bestände anlegen.

Unser Bestreben und Ziel ist es eine Form der Bewirtschaftung von Streuobstwiesen zu schaffen, die unter Beachtung naturschutzfachlicher Belange auch Bauern wieder spannende Türen öffnet.

Die klassische Bewirtschaftung durch Heu und Öhmd als Form der Wiesennutzung existiert kaum mehr. Eine besondere Bedeutung hat heute auch die Nährstoffversorgung bekommen. In Diplomarbeiten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen konnte der eklatante Nährstoffmangel und die damit verbundenen Krankheitsbilder aufgezeigt werden. Daher gehören Bodenuntersuchungen bereits im Vorfeld von Neu- oder Ergänzungspflanzungen dazu.

Bewirtschaftung

Im Baumbereich erfolgt die erforderliche organische Düngung mit Hornspänen und Malzkeimen in Ergänzung mit Branntkalk über mehrere Jahre sowie in der Regel biologischer Pflanzenschutz.

Die Baumstreifen unter den Bäumen werden teils begrünt und in der Reihe ausgemäht. Eine kleine Baumscheibe wird zweimal jährlich in den ersten Jahren mit der Handhacke freigemacht.

Bewirtschaftungsformen
Life+ Projekt - EU Natura 2000

Links und rechts der gesamten Baumzeile wird mit mechanischer Bodenbearbeitung, nach dem bei der biologischen Bundesanstalt in der Schweiz entwickelten "Sandwich System" der Boden offengehalten. Die Wurzeln der jungen Bäume verlagern ihre Nährstoffaufnahme in die bearbeiteten Seitenstreifen, hier können benötigte Bodennährstoffe konzentriert werden und es gibt keine Nährstoffkonkurrenz mit anderen Pflanzen. Der Wasserhaushalt wird durch das mehrmalige Hacken wesentlich verbessert, somit sind die natürlichen Wuchsleistungen der Bäume deutlich verbessert.

Im Zuge einer extensiven Kulturführung wird bei Neuanpflanzungen die Wiese zwei- bis dreimal geschnitten. Beim ersten Schnitt wird nach dem Anwelken der Schnitt auf die Baumstreifen aufgebracht und eingearbeitet. Somit wird einerseits eine Anreicherung der Baumstreifen mit dem im Mangel vorhandenen Kalium und Phosphor erreicht und gleichzeitig ein „Aushungern“ der Wiese zu einem artenreichen Grünland langfristig unterstützt.

In älteren Beständen findet eine kurzfristige Beweidung mit Schafen statt – hier ergibt sich auch eine Doppelnutzung durch die Zubereitung des "Schlater Lamm´s von der Streuobstwiese", geschmacklich einzigartig durch Nahrungsangebot von Kräutern, Gräsern, Blumen, Obst, manchmal auch Walderdbeeren und den Verzicht auf Zufütterung oder gar Mast.

Habitatoptimierung

Um gute Jagdbedingungen für die Gegenspieler von Wühlmäusen zu schaffen, ist die Offenhaltung im Baumbereich wichtig. Zudem werden in den neu angepflanzten Beständen besondere Habitatrequisiten wie Ansitzwarten für Jagdvögel, spezielle Nisthilfen oder Reisighaufen angelegt.

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