16.06.21

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Die neue WiesenObst Bewirtschaftung

Corona sei Dank!
 
Das Ziel der Manufaktur war und ist, WiesenObst-Bewirtschafter wieder stolz zu machen. Stolz auf die geerbten alten Baumriesen und das große Potential dahinter. Am einfachsten geht dies immer über den Ankaufpreis für sortenrein gelesenes Obst. Die Familien dahinter verbinden wirtschaftlich nachhaltige Nutzung und Aspekte des Naturschutzes. Dies geschieht durch die selbstbestimmte Verpflichtung im Bonuspunktesystem der WiesenObst-Datenbank. Die Verbindlichkeit und Transparenz wird durch das Kontrollsystem mit zusätzlicher externer Vor-Ort-Prüfung auf den Flächen durch die „ABCERT“ gewährleistet. Daher fördert das Land Baden-Württemberg auch das Entwicklungsprojekt „Schwäbisches WiesenObst“ und dafür bin ich sehr dankbar.
 
Gerade, da sich die Bäume im betagten Alter befinden, muss die Neupflanzung weiter forciert werden. Einige Maßnahmen konnten wir in den zurückliegenden Monaten, dank des Engagements vieler Mitarbeiter, bereits umsetzen. Derzeit befinden sich diese in der Erprobung.
 
Durch die höheren jährlichen Durchschnitts-Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung hatten die Stämme und Rinden der Bäume in den letzten Jahren stark gelitten – es entstanden Risse im Stamm. Eindringende Krankheiten, die die Bäume schwächsten, sowie Insekten, die ganz natürlich geschwächte Bäume befallen, waren das Risiko. So war die erste Maßnahme, allen Bäumen einen heilenden Stammanstrich zu geben, der ganz nebenbei durch den hohen Weiß-Anteil die Hitzeschädigung am Baumstamm verringert und beispielsweise den Schädling „Holzbohrer“ irritiert. Dieser sucht nämlich nach dunklen Stämmen für sein Werk, um sich dort niederzulassen. Bleibt abzuwarten, ob er den Trick irgendwann doch erkennt.
Obstbäume stammen aus waldartigen Lebensräumen und lieben vieles, was man im Wald so findet. Unsere Aufgabe besteht zukünftig auch darin, eine Permakultur zu schaffen, die eine hohe Widerstandskraft der Bäume hervorbringt.
 
Alle neu gepflanzten Bäume haben nach dem kräftigen Angießen in den ersten Wochen eine partielle Abdeckung aus Buchen-Hackschnitzel bekommen. Drei Gedanken stehen dahinter: Der erste Gedanke ist die Unterdrückung von Gras als Nährstoffkonkurrent durch die acht bis zehn Zentimeter hohe Schicht. Der zweite Nutzen ist die Speicherung von Feuchtigkeit unter den Hackschnitzeln und der wichtigste Aspekt das Herauslösen von Lignin aus dem Holz ins darunter liegende Erdreich. Lignin versetzt die Mykorrhiza-Pilze regelrecht in Ekstase und sorgt somit für ein bis zu fünfmal stärkeres Feinwurzelwachstum. Langfristig wird dadurch auch Humus aufgebaut, die Speicherfähigkeit des Bodens gefördert und ein noch besserer Beitrag in unserem kleinen Rahmen zur Klimabilanz geleistet.
 
Im Sinne einer Permakultur wurden bereits 600 Stauden von unserem Freund Dieter Gaissmayer aus Illertissen gepflanzt. Beinwell neben den neuen Bäumen bringt Abdeckung gegen andere Gräser und fördert Mineralstoffe aus tieferen Schichten. Baldrian sorgt für Balance und Wolfsmilch vergrämt Wühlmäuse. Für die eingesäten Samen von Zitronenmelisse, Margeriten und Dill hoffen wir natürlich auf ausreichende Niederschläge damit wir bald eine Blütenvielfalt für nützliche Insekten anbieten können, die auch zur biologischen Balance beitragen sollen.
 
Vielleicht buchen Sie sich einfach eine Führung ein und ich zeige Ihnen gerne bei einem dreistündigen Genussspaziergang noch mehr vom WiesenObst und unseren Spezialitäten daraus. Ich freue mich auf gute Gespräche und eine angenehme Zeit mit Ihnen.