Zukunftsorientierter Streuobstbau

ENTWICKLUNG VON STRATEGIEN UND KONZEPTEN FÜR EINEN ZUKUNFTSORIENTIERTEN UND AN DEN KLIMAWANDEL ANGEPASSTEN STREUOBSTANBAU

In Zeiten des zunehmenden Klimawandels ist die Anpassung landwirtschaftlicher Praktiken von entscheidender Bedeutung, um die zukünftige Ertragsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Produktion zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang nimmt der Streuobstanbau eine wichtige Rolle ein, da er nicht nur zur Erhaltung der Biodiversität beiträgt, sondern auch vielfältige ökologische und ökonomische Vorteile bietet. Dieser Zwischenbericht beleuchtet das laufende Projekt, das sich auf die Förderung eines zukunftsorientierten und an den Klimawandel angepassten Streuobstanbaus konzentriert.

Projektpartner

KOB Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee

Schwäbisches Streuobstparadies e.V.

Universität Hohenheim FG Hefegenetik und Gärungstechnologie

BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

Projektübersicht

Bisher fehlen systematische Untersuchungen, die die Auswirkungen des Klimawandels auf Streuobstwiesen und die Faktoren, die zu ihrer Resilienz gegenüber den veränderten klimatischen Bedingungen beitragen, umfassend erfasst haben. Dieses Projekt zielt darauf ab, diese Wissenslücke zu schließen. Gemeinsam mit den Akteuren im Streuobstbereich sollen die Faktoren ermittelt und analysiert werden, die die Resilienz von Streuobstwiesen beeinflussen. Darauf aufbauend werden klima- und gebietsangepasste Maßnahmen erarbeitet, um den Streuobstanbau zukunftsorientiert und klimaresilient zu gestalten.

Die Untersuchungen umfassen verschiedene Aspekte, darunter die Entwicklung von klimaresistenten Apfel- und Birnensorten, die Erweiterung des Sortiments auf Streuobstwiesen, die Wertschöpfung von Streuobstprodukten und die Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung neuer Schaderreger. Eines der zentralen Ziele ist die enge Zusammenarbeit aller Projektpartner, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Projektteil Manufaktur Jörg Geiger

1. Ziel: 

Untersuchung von Sorten- und Unterlagenkombinationen

DETAILS

In diesem Teil des Projekts wird die Klima Resilienz von Mostbirnensorten in Kombination mit verschiedenen Wurzelunterlagen analysiert. Ziel ist es zu verstehen, wie gut diese Kombinationen von Sorten und Unterlagen mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Dazu wurden folgende Tests durchgeführt:

Die Sorte Champagner Bratbirne (CBB) wurde auf den Unterlagen Quitte C, Quitte BA29, OHF 87, OHF 97 und Sämling auf Ertrag, Ertragsfenster, Geschmack, Säuregehalt hin getestet.

Die Sorte Prevorster Bratbirne (PBB) wurde auf den Unterlagen Quitte C, OHF 87 und OHF 97 auf die gleichen Parameter geprüft.

2. Ziel: 

Anpflanzung neuer Wurzelunterlagen, die gegen Krankheit Birnenverfall (peardecline) resistent sind

DETAILS

Im Rahmen dieses Ziels werden neue Wurzelunterlagen eingepflanzt, die gegen die Birnenverfallskrankheit resistent sind. Die Unterlagen der Firma Virutherm Refia 1 und Refia 2 werden mit der Unterlage OHF 87 verglichen. Die Klima Resilienz wird anhand von Blattsaftanalysen und Anwachskontrollen bewertet.

3. Ziel: 

Mostbirnen-Sortenempfehlung für die Cider-Herstellung unter Berücksichtigung der Standortanpassung

DETAILS

Ein weiteres zentrales Ziel dieses Projektteils ist die Empfehlung von Mostbirnensorten, die sich ideal für die Cider-Herstellung eignen und gleichzeitig an die spezifischen Standortbedingungen angepasst werden können. Dabei werden verschiedene Faktoren berücksichtigt:

Das Blühzeitfenster, um den optimalen Zeitpunkt für die Blüte festzulegen und eine erfolgreiche Befruchtung sicherzustellen.

Das Erntezeitfenster, um den besten Zeitpunkt für die Birnenernte zu bestimmen und eine maximale Reife und Qualität zu erzielen.

Der Zuckergehalt und die Säurekonzentration in den Birnen, um sicherzustellen, dass die Birnen für die Cider-Herstellung die gewünschten Geschmackseigenschaften bieten.

Diese Projektteile der Manufaktur Jörg Geiger tragen maßgeblich zur Gesamterkenntnis bei, wie Sorten und Wurzelunterlagen auf den Klimawandel reagieren und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Klima Resilienz im Streuobstanbau zu erhöhen.

April '24

Kompost: Nährstoffquelle für gesunde Böden


Tauchen Sie ein in die Welt des Komposts und entdecken Sie die transformative Kraft dieses natürlichen Düngemittels! Seit jeher ist Kompost eine unverzichtbare Ressource für eine gesunde Bodenökologie. In unserer Manufaktur setzen wir auf die Herstellung und Verwendung von hochwertigem Kompost, um die Diversität der Bodenbiologie zu fördern, den Humusaufbau zu unterstützen und unseren Pflanzen die benötigten Nährstoffe zuzuführen. Erfahren Sie mehr über unsere einzigartige Kompostherstellung und die entscheidende Rolle, die sie für die Qualität unserer Produkte spielt.

Seit Beginn unserer Tätigkeit liegt uns die Gesundheit unserer Böden am Herzen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unseren eigenen Kompost herzustellen, der speziell auf die Bedürfnisse unserer Pflanzen und des Bodenlebens abgestimmt ist. Unser Kompost besteht aus einer sorgfältig ausgewählten Mischung verschiedener Komponenten, die zum Großteil schon auf den Wiesenobstflächen vorhanden sind und daher eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten: 


Bokashi aus unserem Trester: Durch die milchsäurevergorene Fermentation der Obstreste bleibt die Energie erhalten, während wichtige Nährstoffe für das Bodenleben freigesetzt werden. Die Rückführung der Fruchtreste auf die Obstwiesen schließt den Nährstoffkreislauf und fördert die Bodenmikrobiologie. 


Hackschnitzel aus Hartholz, wie z.B. Apfel und Birne: Diese dienen als Nahrung für Pilze und stellen eine wichtige Kohlenstoffquelle dar, die zur Bodenstruktur beiträgt und die Belüftung fördert. 


Tonerde: Sie ist unerlässlich zur Bildung des Humus-Ton-Komplexes durch die Kompostwürmer. Diese Komplexe sind essentiell für die Wasserspeicherung im Boden und die Kapazität der Mikronährstoffe wie Kalzium und Magnesium. 


Stroh/Silage: Diese Materialien sorgen für eine gute Phasenstruktur des Komposts und fördern die Durchlüftung, was für ein gesundes Bodenmilieu entscheidend ist. 


Separierte Rindergülle (Demeter): Als Stickstoffquelle bereichert die Rindergülle unseren Kompost und fördert das Wachstum der Pflanzen und versorgt das Bodenleben mit den noch weitgehend unerforschten Archaeen, die eine entscheidende Rolle bei der Humifizierung spielen. 


Rösl Weichbraunkohle: Diese liefert Huminsäuren, die das Bodenmilieu regulieren und die Humusbildung unterstützen. 


Zusätzlich zu diesen Komponenten füttern wir unseren Kompost dieses Jahr mit Champost, Substrat auf dem Champignons gezüchtet wurden, einem hochwertigen Kompost, der bereits Pilzkulturen enthält und eine reiche Energiequelle für den Boden darstellt. Durch diese sorgfältig zusammengestellte Mischung bieten wir unseren Pflanzen zum Wachstumsbeginn die benötigten Nährstoffe, während Pflanzen und Bodenmikrobiom erwachen und in ihr aktives Leben starten und die Grundlage schaffen, um für den Herbst 2024 hochwertiges Wiesenobst zu haben.

März '24

Wurzelkraft für exzellenten Obstgenuss

Entdecken Sie die Wurzeln unseres Erfolgs! Seit 1990 setzt Jörg Geiger in seiner Manufaktur auf die Perfektionierung von Obstweinen und Destillaten. Doch das Geheimnis liegt nicht nur im Geschmack, sondern auch in den Wurzeln – genauer gesagt, in den tiefwurzelnden und gesunden Wurzelunterlagen. Wir nehmen Sie mit auf unsere Reise von "Trial and Error" zu einem zukunftsorientierten Streuobstbau mit Innovationen unter der Erde, die Früchte für die Tradition in der Flasche hervorbringen. Erfahren Sie, wie wir die Qualität unserer Früchte steigern und gleichzeitig die Gesundheit unserer Bäume fördern. Von der Bekämpfung von Feuerbrand bis zur Resistenz gegen Birnenverfall: Begleiten Sie uns auf unserer Mission, die Zukunft des Obstbaus zu sichern. Willkommen in der Welt von Jörg Geiger – wo Tradition auf Innovation trifft.

Im März nehmen wir Sie mit auf eine besondere Reise, die uns zu den tief verwurzelten Grundlagen unseres Erfolgs führt. Diese Reise beginnt mit einem Irrtum, einem Versuch, dem unermüdlichen Streben nach Perfektion und dem Pflanzen von Bäumen mit neuen Wurzelunterlagen. 

Seit 1990 steht die Manufaktur von Jörg Geiger für herausragende Obstweine und Destillate, deren Qualität weit über die Grenzen hinaus geschätzt wird. Doch hinter diesem Erfolg verbirgt sich mehr als nur die Kunst der Destillation - es sind die Wurzeln unserer Bäume, die den entscheidenden Unterschied ausmachen. 

Die Grundlage für unsere Produkte und das Entstehen der Manufaktur bilden unter anderem die Champagner Bratbirnenbäume, die Jörg Geiger einst von seiner Tante geschenkt bekam. Diese alten Birnbäume wurden auf Wurzelunterlagen gepflanzt, die oft Sämlinge der Kirchsaller Mostbirne sind. Dieser traditionelle Ansatz führte zu einer Vielzahl von Sorten auf unseren Wiesenobst-Flächen, obwohl unter der Erde eine Monokultur herrscht, da die Wurzeln der Bäume ähnlich sind. 

Um die Quantität unserer Früchte weiter zu steigern, entschieden wir uns für schwach wachsende Unterlagen wie Quitte C und Quitte BA29. Doch bald stellten wir fest, dass dies zu einem Rückgang der Destillatmenge führte. Dieses Problem führte uns zu der Erkenntnis, dass das Wurzelwerk einen erheblichen Einfluss auf die Obstqualität hat. Tiefwurzelnde Bäume können Mineralien und Mikronährstoffe besser aufnehmen, was zu gesünderen Früchten führt. Diese Erkenntnis hat uns dazu inspiriert, nicht nur zukünftig auf Hochstämme mit tiefem Wurzelwerk zu bauen, sondern auch einen Schritt in Richtung regenerativer Landwirtschaft zu machen. 

Ein weiterer Wendepunkt ist der Feuerbrandbefall ausgelöst durch das Bakterium Erwinia amylovora, der seit 1957 große Teile der deutschen Obstbestände dezimiert. Seit einigen Jahrzehnten wird eine weitere Krankheit aus den USA immer bedrohlicher für die deutschen Birnbaumriesen. Es ist der Birnenverfall, eine Krankheit, die durch das Endoplasma (Candidatus Phytoplasma pyri) ausgelöst wird. Die bisherige Unterlage Sämlinge der Kirchsaller Mostbirne sind diesen Krankheiten nahezu schutzlos ausgeliefert. Dieser Druck, widerstandsfähige Wurzelunterlagen zu finden, führte uns auf eine Reise zurück in die USA, nach Springfield, Illinois, wo wir auf Unterlagen, eine Kreuzung aus den Sämlingssorten Farmingdale und Old Home (Farold bzw. OHF) stießen, die eine vielversprechende Resistenz gegen die Krankheit Feuerbrand und eine gute Tolleranz gegen Birnrnverfall zeigten. Diese Entdeckung eröffnete uns neue Möglichkeiten zukunftsorientiert, tiefwurzelndes Wiesenobst anzubauen und trieb uns dazu an, weiter nach innovativen Lösungen zu suchen. 

Eine dieser innovativen Lösungen fanden wir in der Forschung von Michael Petruschke am LTZ Augustenberg mit seinen zwei resistenten Birnenunterlagen Refia 1 und Refia 2. Und wir sind stolz darauf, jetzt im März diese Unterlagen zusammen mit OHF 87 und verschiedenen Sorten in unserer Manufaktur zu pflanzen, um unsere Zukunft und die Qualität unserer Produkte zu sichern. 

Heute stehen wir am Beginn einer neuen Ära des Obstbaus, in der die Wurzelkraft eine zentrale Rolle spielt. Neue Unterlagen wie Refia 1 und Refia 2 von Virutherm sowie OHF 87 bieten uns die Möglichkeit, unsere Ernten für die Zukunft zu sichern. Durch die Verbindung von Tradition und Innovation sind wir zuversichtlich, dass wir auch weiterhin erstklassige Produkte kreieren können, die den höchsten Ansprüchen gerecht werden.

TABELLE

Februar '24

Die Zukunft des Streuobstbaus: Von Ansaaten zu blühenden Wiesen


Diese Jahreszeit markiert einen entscheidenden Abschnitt in unseren Projekten, insbesondere wenn es um die Bedeutung verschiedener Ansaaten und Untersaaten für die Bodenverbesserung geht. 


In unserer Manufaktur beginnen wir diesen Prozess im Spätsommer/Herbst mit der Aussaat von Wickroggen, eine Saatmischung aus Wicke und Roggen. Diese Kombination wird in der ökologischen und regenerativen Landwirtschaft wegen ihrer guten Unkrautunterdrückung geschätzt. Der Wickroggen fördert zudem Insekten durch ein hohes Blütenangebot und steigert die Bodenfruchtbarkeit, indem die Wicken Stickstoff aus der Luft binden, welcher für das Pflanzenwachstum enorm Wichtig ist.

Im Frühjahr setzen wir dann auf eine Kombination von Phacelia und Buchweizen. Diese beiden Pflanzen ergänzen sich perfekt: Während Phacelia sich hervorragend als Gründüngungspflanze eignet und mit ihrem dichten Wurzelsystem die Nährstoffvorräte im Boden effizient nutzt, übernimmt Buchweizen eine entscheidende Rolle bei der Einlagerung von Lipiden, was wiederum die Fruchtbarkeit des Bodens fördert.

Phacelia hinterlässt nach ihrer Verrottung eine dicht durchwurzelte, gare Krume und sorgt mit ihren feingliedrigen Blättern für eine effektive Bodenbeschattung und Unkrautunterdrückung. Die hohen Mengen organischen Materials, die im Boden verbleiben, erhöhen den Humusgehalt und verbessern langfristig die Ertragfähigkeit der Böden. Gleichzeitig schafft sie einen idealen Lebensraum für nützliche Insekten, die für das ökologische Gleichgewicht von entscheidender Bedeutung sind.

Die synergistische Wirkung von Phacelia und Buchweizen trägt somit nicht nur zur Bodenverbesserung bei, sondern unterstützt auch die Förderung einer gesunden Umwelt und die Schaffung eines nachhaltigen Ökosystems rund um unsere Streuobstbäume.

Der Höhepunkt dieses Prozesses ist die breit diversifizierte Endansaat mit unserer Veitshöchheimer Mischung, bestehend aus Ein-, Zwei- und Mehrjährigen Pollenpflanzen. Sie verbessert nicht nur die Bodenqualität weiter, sondern liefert auch wichtige Nährstoffe für unsere Streuobstbäume. Diese Mischung bietet eine artenreiche und ausdauernde Bienenweide, die nicht nur als Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlingen dient, sondern auch als Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten.

Dank ihrer Blühfreudigkeit und der Vielfalt an Wild- und Kulturpflanzen gewährleistet die Veitshöchheimer Mischung eine kontinuierliche Blühdauer von April bis November, was zu einem reichhaltigen Angebot an energiereichem Nektar und Pollen führt. Darüber hinaus trägt sie zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und erhöht den Humusgehalt, was langfristig die Ertragsfähigkeit der Böden steigert. Diese Eigenschaften machen sie zu einer wertvollen Bereicherung für unsere Wiesenobst-Weisen und zu einem wichtigen Bestandteil eines nachhaltigen Streuobstbaus. Mit den Jahren gesellen sich Gräser und weitere Mehrjährige Pflanzen zu der Veitshöchheimer Mischung und transformieren die Fläche zu einer gesunden, artenreichen Wiesenobst-Wiese.

Jetzt, im Februar, fangen die ersten Blumen an zu blühen, darunter Schneeglöckchen und Winterlinge, die den nahenden Frühling erahnen lassen. Diese zarten Vorboten inspirieren uns dazu, weiterhin an einer nachhaltigen und blühenden Zukunft für unseren Streuobstbau zu arbeiten.

Bleiben Sie dran, um mehr über unsere Projekte und die Fortschritte in dieser aufregenden Zeit des Jahres zu erfahren.

Januar '24

Die Bedeutung von Zwischengehölzen: Eine neue Ära für den Streuobstbau

Im Januar öffnen sich in der Manufaktur Jörg Geiger neue Türen für den Streuobstbau, denn es ist die Zeit für die Planung und Pflanzung von neuen Streuobstanlagen. Doch diesmal gehen wir einen Schritt weiter und setzen auf die entscheidende Bedeutung von Zwischengehölzen zwischen unseren Obstbaumkulturen. 

Warum sind diese Zwischengehölze so wichtig?

Sie sind der Schlüssel zur Schaffung eines Agroforstsystems in unseren Streuobstwiesen. Diese Gehölze, darunter Kornelkirsche, Schlehe, Weißdorn, Vogelbeere, Erbsenstrauch, Holunder und Erle, sind keine bloße Ergänzung, sondern eine Bereicherung für unsere Böden und unsere Umwelt. 


Eines der Hauptziele dieser Zwischengehölze besteht darin, eine Artendiversität im Boden zu schaffen. In einer Monokultur von Obstbäumen, wie sie oft in Obstanlagen vorkommt, neigt der Boden dazu, eintönig und arm an verschiedenen Nährstoffen zu sein. Aber durch die Vielfalt der Zwischengehölze entsteht eine reiche Mischung von Wurzelexsudaten, die das Bodenmikrobiom fördert und bereichert. 


Unter der Erde beginnt das Leben zu pulsen, da verschiedene Pflanzen und Gehölze unterschiedliche Nährstoffe abgeben und somit eine gesunde Bodengemeinschaft fördern. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit unserer Streuobstbäume und die Qualität unserer Produkte. Ein vielfältiges Bodenmikrobiom trägt dazu bei, Krankheiten abzuwehren, Nährstoffe effizienter aufzunehmen und die Wasserhaltekapazität des Bodens zu erhöhen. 


Doch nicht nur unterirdisch profitieren wir von den Zwischengehölzen. Oberirdisch schaffen sie Lebensraum für eine breite Palette von Vögeln und Kleintieren. Dies fördert die Biodiversität in unseren Streuobstwiesen und trägt dazu bei, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. 


Darüber hinaus bieten diese Gehölze die Möglichkeit, verschiedene Produkte für unsere Manufaktur zu gewinnen. Ob es nun Kornelkirschen für unsere Spezialitäten sind oder Schlehen für unsere Liköre und Priseccos, die Vielfalt der Zwischengehölze eröffnet uns neue kreative Wege. 


Im Januar setzen wir also nicht nur auf die Pflanzung neuer Obstbäume, sondern auch auf die Integration von Zwischengehölzen, um die Gesundheit unserer Böden zu fördern, die Biodiversität zu erhöhen und unsere Streuobstwiesen auf ein neues Level zu heben. Wir glauben fest daran, dass diese Investition in die Natur und die Nachhaltigkeit unserer Produkte den Unterschied macht und die Grundlage für eine blühende Zukunft bildet.

Dezember '23

In der eigenen Landwirtschaft der Manufaktur Jörg Geiger liegt der Fokus auf der Bodenverbesserung, denn nur so kann ein zukunftsorientierter Streuobstbau gelingen.


Im Dezember legt die Natur eine Ruhepause ein, aber in der Manufaktur Jörg Geiger ruht die Arbeit nicht, besonders wenn es um die Bodenverbesserung geht. Wir sind fest davon überzeugt, dass eine nachhaltige und zukunftsorientierte Streuobstwirtschaft nur dann gelingen kann, wenn der Boden in bestmöglicher Verfassung ist. 


Die Bodenaufbereitung und Pflege in unseren Streuobstwiesen sind von entscheidender Bedeutung, um gesunde und resiliente Streuobstwiesen zu erhalten. Dies ist nicht nur entscheidend für die Gesundheit der Bäume, sondern auch für die Qualität unserer Produkte, einschließlich unserer alkoholfreien exquisiten Essensbegleiter.

Die klimatischen Bedingungen ändern sich, und dies hat direkte Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit unserer Mostbirnenbäume. Aus diesem Grund führen wir umfangreiche Untersuchungen durch, um praxisorientierte Lösungen und Konzepte zu entwickeln, die sicherstellen, dass unsere Streuobstwiesen auch in Zukunft florieren können. Hierbei spielen die vier wichtigsten Parameter eine entscheidende Rolle: Bodenchemie, Bodenphysik, Bodenbiologie und Bodenernährung.

Im Dezember mag die Bodenbiologie ruhen, aber wir konzentrieren uns auf die Verbesserung der Bodenchemie. Die Bodenchemie ist besonders wichtig, da sie nicht von dem Bodenleben abhängt und somit auch im Winter optimiert werden kann.

Ein Schlüsselwerkzeug, das uns bei der Analyse und Verbesserung der Bodenchemie hilft, ist die Albrecht-Kinsey Bodenanalyse. Diese Analysemethode bietet klare Vorteile, da sie eine präzise Bestimmung der Nährstoffverhältnisse im Boden ermöglicht. Die Manufaktur Jörg Geiger hat sich bewusst für diese Methode entschieden, um sicherzustellen, dass unsere Streuobstwiesen optimal versorgt werden.

In Zusammenarbeit mit dem renommierten Bodenlabor Christoffel führen wir gezielte Maßnahmen durch, um den pH-Wert des Bodens zu optimieren. Ein zu saurer Boden kann die Verfügbarkeit von Nährstoffen beeinträchtigen, daher ist es entscheidend, den pH-Wert anzuheben, um eine optimale Nährstoffaufnahme zu gewährleisten.

Die Bodenverbesserung ist ein entscheidender Faktor für die Qualität und Nachhaltigkeit unserer Produkte. Durch gezielte Maßnahmen zur Bodenverbesserung legen wir die Grundlage für einen gesunden Streuobstbau, der nicht nur die traditionelle Produktion erhält, sondern auch Raum für die Entwicklung neuer und innovativer Produkte schafft.

Die Manufaktur Jörg Geiger bleibt auch im Dezember aktiv, um sicherzustellen, dass unsere Streuobstwiesen und unsere Produkte auch in Zukunft florieren können. Wir sind fest davon überzeugt, dass eine gesunde Erde die Grundlage für eine blühende Zukunft bildet.